Von der Justizvollzugsanstalt zum Ort der freien Kunstszene Berlins

Wo bis 2013 Gefängnismauern den Zugang versperrten, öffnet sich ein neuer Kulturort. Mit der Übergabe des ersten Bauabschnitts an die BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH beginnt für das Kulturhaus Lehrter Straße ein neues Kapitel.

Zwischen 1898 und 1902 als „Nördliche Militär-Arrestanstalt“ errichtet, war das backsteinrote Ensemble in Berlin-Moabit über mehr als ein Jahrhundert Ort der Militär- und später zivilen Strafjustiz. Die Transformation einer ehemals geschlossenen Justizvollzugsanstalt in einen offenen Ort der Kunst war dabei nie nur eine Frage der Nutzung, sondern auch eine Frage von Identität und Geschichte.

Im ehemaligen Verwaltungsgebäude entstanden 32 Ateliers für die bildende Kunst. Im benachbarten Zellentrakt entstanden 49 Musikproberäume: Jeweils zwei ehemalige Hafträume wurden zu einem Proberaum zusammengelegt, die historischen Zellentüren mit ihrer ikonischen Farbgestaltung blieben dabei erhalten.

Das Team der Renner Architekten hat bereits den zweiten Bauabschnitt in Planung. Ab 2027 verwandelt sich das ehemalige Gerichtsgebäude, in dem einst über Freiheit und Schuld verhandelt wurde, in ein Probezentrum für Tanz, Theater und Musik. Sieben große Studios und sieben weitere Proberäume entstehen über drei Geschosse.

Das Kulturhaus Lehrter Straße steht damit exemplarisch für einen sensiblen Umgang mit historischer denkmalgeschützter Bausubstanz und für eine Stadt, die Räume für ihre Kreativszene schafft, statt sie verschwinden zu lassen.

Standort I Lehrter Straße, Berlin
Auftraggeber I BIM Berliner immobilienmanagement GmbH
Status I Realisierung